Partnerschaft 2016

Besuch in Csákvár im Mai 2016

PYRBAUM – Der evangelische Kirchenchor St. Georg besuchte seinen Partnerchor „Harmonia Floriana“ in der ungarischen Partnerstadt Csákvár. Höhepunkt des Besuchsprogramms war ein Konzert in der dortigen evangelischen Kirche. Eine Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden besteht seit 2005.

gemeinsames Singen in Csákvár

 Um die 1999 geschlossene Partnerschaft mit dem evangelischen Kirchenchor „Harmonia Floriana“ weiter zu pflegen, reiste der evangelische Kirchenchor St. Georg nach Csákvár. Neben dem Jugendmusikkreis nahmen auch Familienangehörige und Interessierte aus Pyrbaum und Umgebung teil. Nach einer zehnstündigen Busfahrt bereiteten Pfarrer Karoly Szebik und Kurator Tamás Mészáros der Reisegruppe bei hochsommerlicher Temperatur einen herzlichen Empfang.
 
Auf dem Besuchsprogramm stand ein Treffen mit dem Csákvárer Bürgermeister Illés Szabolcs, eine Fahrt nach Budapest, eine Führung durch das Sisi-Schloss in Gödöllö sowie ein Ausflug zur Burgruine Csókakö mit anschließendem Besuch eines Bauernhofes. Bei einer Weinprobe in der nahe gelegenen Fornapuszta konnten die Pyrbaumer prämierte Weine kosten und sich von der Qualität der Weine aus den Weinbergen um Csákvár überzeugen. Beide Kirchenchöre trafen sich zu einem geselligen Partnerschaftsabend, bei dem die Pfarrer Karoly Szebik und Klaus Eyselein, Tamás Mészáros und die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands die gelungene und lebendige Partnerschaft hervorhoben und Geschenke austauschten.
 
Höhepunkt war ein Kirchenkonzert. Unter Leitung von Ernst Damm sang der Kirchenchor St. Georg alte und neuere Chorwerke, zusammen mit dem ungarischen Kirchenchor ein Lied in ungarischer Sprache, einen Gospelsong und als „Highlight“ das „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Messias“, begleitet von Ildikó Szebik. Außerdem sang der Jugendmusikkreis unter der Leitung von Dörte Eyselein.
 
Mit einem Gottesdienst endete der Partnerschaftsbesuch. In seiner Predigt stellte Pfarrer Klaus Eyselein „Gott ist Liebe“ in den Mittelpunkt. Das griechische Wort bedeutet neben „lieben“ auch wertschätzen, herzlich aufnehmen, gastfreundlich sein. „Das haben wir in diesem Tagen wieder erlebt bei euch hier in Csákvár“, so Eyselein. Ausgehend von der Feier „ 500 Jahre Reinheitsgebot des Bieres“ in Bayern mit den vier Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe, wies Eyselein auf die vier Zutaten des „reinen“ Evangeliums hin, die Martin Luther in der vier „Alleins“ beschreibt: allein der Glaube, allein die Schrift, allein aus Gnade, allein in Christus.
„Halten wir uns das ‚Reinheitsgebot’ der Reformation des Glaubens und geben Gott allein die Ehre“, sagte Pfarrer Eyselein und betonte, „das wollen wir weitersagen und weitersingen: ihr hier in Csákvár in den Aufgaben eures Lebens und wir in Pyrbaum ebenso und wir gemeinsam als Christen in Europa.“ Anschließend übergab er Kästen mit 40 verschiedenen Biersorten. Mit einem gemeinsamen Segenslied der Chöre endete der Gottesdienst und der Partnerschaftsbesuch in Csákvár.

Abschiedsbild

Text: Ernst Damm  Fotos: Privat

 

Jubiläumsbild 10. Jugendbegegnungsfreizeit

10. Jugendbegegnungsfreizeit im August 2016

Auf dem Hesselberg

 Grenzen überwinden: schon seit 10 Jahren!In diesem Sommer fand die 10. Jugendbegegnung  der evangelischen Gemeinden Pyrbaum und Csákvár statt. Die Gastgeber aus Pyrbaumer erwarteten die Ungarischen Jugendlichen diesmal in Bayern. Zwölf ungarische und elf deutsche Jugendliche erlebten zusammen mit den Pfarrern Károly Szebik und Klaus Eyselein, sowie den Mitarbeiterinnen Nelli Meszáros und Dörte Eyselein eindrückliche Tage in Pyrbaum und auf dem Hesselberg im westlichen Mittelfranken.Die Jugendlichen erlebten, wie Gemeinschaft entsteht und Grenzen überwunden werden, wo Menschen miteinander aktiv werden, feiern, singen, spielen. Das Kennenlernen fällt dabei leicht und die sprachlichen Barrieren werden kleiner, wenn jeder im Alltag in einem Selbstversorgerhaus beim Abspülen des Geschirrs dran ist, oder wenn Abends das Lagerfeuer entzündet wird. Da werden plötzlich die Englischkenntnisse aus der Schule hervorgekramt oder festgestellt, dass einige ungarische Jugendliche ganz gut Deutsch verstehen.Als Motto stand in diesem Jahr „beyond borders – Grenzen überwinden“ über den Aktivitäten der gemeinsamen Tage. Die Jugendlichen erleben neue Grenzen und Abgrenzungen in Europa. Sie begegnen direkt oder medial Menschen, die aus Kriegsgebieten fliehen und deren Flucht nun an Landes- oder bürokratischen Grenzen endet. Innere und äußere Grenzerfahrungen bringt jeder mit. In dieser Woche war immer wieder Zeit, in der sich die Jugendlichen über ihre Erfahrungen austauschen konnten. Dazu ging es im Kletterwald am Brombachsee um handfeste Grenzerfahrungen in luftiger Höhe. Oder die Jugendlichen bestaunten in Dinkelsbühl, wie eine Stadt sich mit der Stadtmauer eine Umgrenzung baute.In Augsburg erfuhr die Gruppe an historischen Orten, wie die Bürgerschaft über Jahrhunderte konstruktiv mit Konfessionsgrenzen umgegangen ist und wie auch heute noch das Friedensfest gefeiert wird.Das Jugendhaus auf der Spitze des Hesselbergs, mit 689 Meter der höchste Berg Mittelfrankens, bot dabei eine schier grenzenlose Aussicht. Die Reste des  römischen Limes, der einst am Fuß des Berges vorbeiging, rief in Erinnerung, wie eng das kulturelle geschichtliche Erbe Europa verbindet. Csákvár war ja auch schon in römischer Zeit als „Floriana“ von Bedeutung.Die aktuellen Erfahrungen mit Grenzen wurden in dieser Woche mit Texten der Bergpredigt konfrontiert. Die Jugendlichen entdeckten, wie in den Seligpreisungen Jesus Grenzen Überschritten werden, die gesellschaftlich damals und heute Leben einteilen und segmentieren: Grenzen zwischen Arm und Reich, zwischen Krank und Gesund, Gewalt und Frieden. Mit der Gestaltung von Zaunbrettern verdeutlichten die Jugendlichen, wie im christlichen Horizont Grenzen überwunden werden können. Sie sollen auf die besondere Sichtweise auf den Menschen hinweisen, wie Jesus sie gelebt hat.Die Zaunbretter werden sowohl in Csákvár, als auch in Pyrbaum am Gemeindegartenzaun ihren Platz finden und daran erinnern, dass Grenzen nicht nur etwas Trennendes darstellen, sondern auch Menschen verbinden.Im Gottesdienst zum Abschied, den die Jugendlichen mit der Pyrbaumer Gemeinde feierten, brachten Jugendliche ihre Gedanken zu den gestalteten Zaunbrettern ein.

Gruppenbild mit Zaunbrettern

Zur Seligpreisung: „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen,“ malte eine Gruppe die Friedenstaube steht ganz oben über die Grundfarbe Blau, die für den Himmel steht. Zweige erinnern an die Geschichte von Noah: Sie sind ein Zeichen dafür, dass das Leben weitergeht und Gott will, dass seine Schöpfung lebt und Menschen darin Frieden finden. In diesem  Gottesdienst wurde dann auch 10 Jahre Jugendbegegnung gefeiert. Pfarrer Eyselein würdigte, dass in diesen Jahren zusammen ca 200 verschiedene Jugendliche an den Freizeiten teilnahmen. Sie alle erlebten intensiv ein Miteinander über Grenzen hinweg. Sie erlebten ein gemeinsames Europa und zugleich den gemeinsamen Schatz des christlichen Glaubens in unterschiedlichen Ausprägungen. Er dankte der Partnergemeinde für diese beeindruckende Kontuniutät und allen Pyrbaumern, die die Aktivitäten der Partnerschaft unterstützen. Pfarrer Szebik bedankte sich seinerseits für die langjährige Zusammenarbeit und lud die Pyrbaum Jugendlichen ein im nächsten Jahr wieder an den Balaton zu kommen!